Der Weg zum Kunstmaler

Portrait von Erich Rutishauser

Längst sind Erich Rutishauser und seine Kunstwerke überregional ein Begriff. Geboren in Güttingen, entwickelte der gelernte Schreiner seinen eigenen Weg, sich künstlerisch auszudrücken. Ohne stehen zu bleiben, perfektionierte er sein Werk. Seit 1990 lebte der Familienvater von der Kunst.

Geboren 1949, besuchte Erich Rutishauser die Schulen in Güttingen am Bodensee und absolvierte eine Schreinerlehre. Schon in seiner Jugend entdeckte er seine Leidenschaft für die Kunstmalerei. Erich Rutishauser experimentierte mit Farben, Techniken und Materialen. Ölmalereien, Holzbilder oder Gipsskulpturen zeugen von einem breiten Stilspektrum in den 70er Jahren. Mit Überzeugung ging Erich Rutishauser seinen Weg und bildete sich autodidaktisch zum Kunstmaler aus.

Am Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZBW) in St. Gallen bildete sich Erich Rutishauser im Perspektivzeichnen weiter. Ein Auslandaufenthalt führte ihn nach Schweden und Dänemark.

Erste Ausstellungen ab 1972

Im Jahre 1972 eröffnete Erich Rutishauser seine erste Ausstellung im Gemeindehaus von Güttingen. Weitere Ausstellungen in der Galerie Burkartshof (Neukirch-Egnach) in der Galerie Hörnli (Güttingen) und in der Galerie du vieux Bourg in Denges folgten.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand der Werkstoff Holz. Während in den 90er Jahren Abstraktion, klare Farben und Formen dominierten, stellten die Holzbilder, Acrylmalereien und Collagen in den 80er Jahren oft Landschaften und Instrumentenbilder in Blau- Grün- und Erdtönen dar. Über sein Schaffen sagte Myrta Hohl-Hofer:

"Rutishauser zeigt Natur, Landschaft, seine nähere, weitere Umgebung, umgesetzt mit den Mitteln alten, verwitterten, auch gebrauchten Holzes. Dieser Werkstoff wird erst schön, zur natürlichen Kunst, durch sein Alter, seine Geschichte. So sammelt Erich Rutishauser über all die Jahre Hölzer, Bretter, um sie dann im geeigneten Augenblick als einzig richtiges Detail in einem seiner Werke einzusetzen."

Stetiger Wandlungsprozess

1985 reduzierte Erich Rutishauser sein Arbeitspensum als Schreiner um mehr Zeit in die Kunstmalerei zu investieren. Seit 1989 war Rutishauser ausschliesslich künstlerisch tätig und Mitglied der KünstlerInnen Gruppe Thurgau.

Inspiriert von der modernen Architektur und der täglichen Wahrnehmung entwickelte Erich Rutishauser seine Kunst stetig weiter. In den 90er Jahren dominierten Fensterbilder. Die Farben und Formen wurden deutlicher und mutiger. 1991 gab der Künstler erstmals einen Kunstkalender heraus. Ein Jahr später erhielt er den Kulturpreis der Städte Kreuzlingen und Konstanz.

Events in Basel, Zürich und St. Gallen

Erich Rutishauser feierte grosse Erfolge mit Ausstellungen in Greppen im Kanton Luzern (Galerie Oberhus), in Zürich (Galerie Nievergelt), Basel (Galerie Tschudin) oder St. Gallen (Galerie Spisertor, Galerie Eule-Art). Im Jahr 1996 lud Erich Rutishauser erstmals zu einer Atelierausstellung ein.

Der Künstler erhielt zahlreiche Möglichkeiten, Objekte und Bilder für den öffentlichen Raum zu fertigen. In Uttwil kreierte Erich Rutishauser aus Holzstücken des alten Gemeindehauses ein Kunstwerk für das neue Gemeindezentrum. Für die Mehrzweckhalle Altnau entwickelte er ein Werk mit Bezug zum selbst entworfenen Logo der Anlage. Weitere Werke im öffentlichen Raum finden sich beim Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank, der Raifffeisenbank Romanshorn und Regio Altnau oder der Schulgemeinde Alterswilen (Auszug).

Als Mitglied der KünstlerInnen Gruppe Thurgau (heute kunst thurgau) nahm Erich Rutishauser an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. 1995 organisierte der Künstler "TG95 IM ZUG", eine Ausstellung in Güterwaggons der Bahn in Güttingen. Weitere Events folgten beispielsweise im Jahr 2001 mit der Jubiläumsausstellung der Künstlergruppe in Frauenfeld, 2004 zum Thema "LUST" in Weinfelden oder 2005 in der Komturei Tobel.